Und das ist meine gemütliche TourenTDM ;-).


Ich wollte aufrecht sitzen, leichtes Handling, Tourentauglichkeit und ein gutes Fahrwerk. Herausgekommen ist eine gebrauchte TDM 850 (Typ 3VD), Baujahr 1991.
Vorteile: Für meinen in den 80ern stehengbliebenen Moppedgeschmack noch erträgliches Aussehen, für meine 1,87m sehr bequem, so bald sie rollt sehr handlich, viel Drehmoment im unteren Drehzahlbereich, liegt mit den Bridgestone BT020 wie ein Brett.

Nachteile "DER TON"!! Sie hört sich an als ob einer in einen Blecheimer pinkelt. Kann man aber nix gegen tun, Nachrüstauspuffe kosten entweder Drehmoment oder Leistung (bei vertretbarem Aufwand). Fehlender Hauptständer, schwammige, nich so dolle Bremsen, heftiges Nicken bei jeder Bremsung.

Für einige der Nachteile gibt es Abhilfe (siehe auch unter "Links" TDM-Forum) und ich freue mich, ich kann wieder basteln :-).I

Die TDM hat eine riesengrosse Fangemeinde, man trifft sich im Forum, hier wird über alles diskutiert und hier werden Sie geholfen.. Fast alle nachträglichen Änderungen wurden im Forum ausfühlich besprochen oder beruhen auf eigenen Erfahrungen.
 


Da ich wegen "leichter Blessuren" nicht fahren konnte, erstmal alle Lackteile runter, in der Badewanne mit S100 gereinigt und poliert. Lack ist noch in sehr gutem Zustand und man macht´s ja eh nur einmal aus Neulust ;-)
Anmerkung: Wer erfindet eigentlich so seltsame Sachen wie "Gummimuttern"?

Kleinigkeiten wie abgerissene Tachwellenhalterung am vorderen Schutzblech und klapperndes Rücklicht habe ich auch direkt repariert..
 


Erste Ausfahrt, ca. 200km Eifel. Fährt sich ganz gut, muss aber noch einiges gemacht werden...
 


Hauptständer von SW-Mototech angebaut, jetzt lassen sich wenigstens Wartungs- und Reparaturarbeiten vernünftig durchführen. Ständer stört in Kurven überhaupt nicht. Absolut sinnvolle Anschaffung..
 


O.K. Ales erstes mal in die Bremssättel geguckt, oh Grauß... Beläge trocken montiert, Haltebolzen rostig und wahrscheinlich beim Beläge auseinanderdrücken um das Rad zu montieren die Beläge beschädigt..
Neue Lucas-Beläge, Bremsenpaste und ein wenig Arbeit bei der Reinigung und schon  hat man eine richtig gute Bremsanlage! Bis auf den Druckpunkt...
 


Wie bei fast allen meiner Moppeds habe ich Lucas-Stahlflexleitungen, erst hinten weil einfacher :-), dann vorne eingebaut, frische Bremsflüssigkeit rein und entlüftet. Jetzt bremst die TDM wie man sich das so vorstellt. Wenn´s sein muss, kann man das Vorderrad mit zwei Fingern zum Blockieren bringen (muss aber nich :-)
 


Ich habe die Leitungen hinter die Gabel verlegt, sieht etwas mehr nach normalem Motorrad aus :-))

Zwischendurch ;-) noch Düsennadeln "Schweizer Abstimmung eingebaut (Verbrauch nach nochmaligem Tieferhängen, jetzt 5 - 5,5 ltr.) und die ausgehärteten Luftfiltergummis erneuert.
 


Inzwischen habe ich auch einen verchromten Auspuff des etwas späteren Modells angebaut, sieht einfach schöner aus als der Lackierte. Scottoiler ist auch schon dran, macht aus meiner Sicht einfach Sinn bei Kettenantrieb.
 


Durch den anderen Auspuff ist "Sie" nicht hässlicher geworden :-)

 

Hier endet die Geschichte meiner TDM... Bin letzte Woche die Honda CBF 1000 zur Probe gefahren, nettes Moped, toller Motor aber das ABS hat mir am meisten gefallen. Das war auch das einzige, was mir an der TDM fehlt... Leider ist die TDM 900 mit ABS zu teuer.

Der Gedanke einen nassen Alpenpass runter zu fahren und vor der Kehre bremsen zu müssen, sorgt schon lange für ein ungutes Kribbeln.

Das ist wirklich der einzige Grund, weswegen ich die TDM weggebe, sie ist ein toller Tourer mit sehr gutem Fahrwerk, antrittsstarkem Motor und schweinebequem auf langen Strecken, ich hoffe "Sie" kommt in gute Hände ;-)